Die Datenbank. Und wie man sie nutzt.

Abwasser und Ringleitung, zehn Pumpstationen und das Klärwerk: So viel feinnervige Einzeltechnik und störanfällige Systemarbeit muss kontrolliert und koordiniert werden. Und das möglichst in jedem Augenblick und überall sowieso. Vorgeschrieben von der Eigenüberwachungsverordnung. Erst mal und grundsätzlich. Denn weit mehr noch braucht man auch andere Zahlen. Unternehmerische zum Beispiel. Um die Wirtschaftlichkeit und die Gebühren zu sichern. Dann auch meteorologische – wegen der anfallenden Regenmassen und der hitzigen Dürre und der notwendigen Reaktionen. Oder um auszurechnen, wie viele Einwohner (theoretisch) an den Abwasserleitungen hängen.

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Also werden Unmengen von Daten gesammelt, übertragen und abgeglichen und umgesetzt. Elektronisch oder mit Bleistift. Automatisch oder bei Sichtkontrollen: Verschmutzungsgrad. Grenzwerte. Fremdwasser. Mengen ohne Ende. Störungen und Reinigungswerte. Verbrauch und Klärgas. Messautomaten und Dosierungen. Und noch und noch von Minute zu Stunde, pro Tag und Monat. Und über Jahr und Jahre. Mit dem Prozessleitsystem und eigens entwickelten Programmen werden die Daten über Computer aufbereitet und genutzt: Überwachung. Steuerung. Regeln. Dafür sind alle wichtigen Betriebsbereiche miteinander vernetzt. Das Kontrollzentrum ist natürlich Tag und Nacht besetzt. Und wenn was richtig stört, muss auch ein Bereitschaftsteam aus dem Wochenende oder Bett.

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Das Labor.
Und was da so anders ist.

Das Klärwerklabor ist vor allem die Sammelstelle aller Daten. Sorgfältig registriert und gespeichert im elektronischen Betriebstagebuch. Jederzeit abrufbar als vergleichendes Archiv und tägliche Information. Dazu kommt die ständige Überwachung der Messautomaten. Im Reagenzglas brodelt hier nur wenig: Meist Wasserproben und Schlammanalysen. Die aber unter scharf-kritischer Beobachtung.
Da geht es nämlich um die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte von Schadstoffen im geklärten Wasser: Stickstoff. Phosphor. Nitrat. Ammonium. Und auch BSB – ein Wert, der die Abwasserverschmutzung mit organischen Stoffen aufzeigt. Die Umweltpolitik verlangt immer kleinere Werte. Und alle paar Jahre kommen neue Parameter hinzu, die unbedingt eingehalten werden müssen.