Das Klärsystem.
Und was es und wie tut.
Zweihundert Liter Abwasser pro Einwohner und Tag: Das ist der vorgegebene Arbeitsanfall des Klärsystems. Ausgelegt für erst mal 100000 Menschen rund um den See. Mit einer eingeplanten Erweiterungsreserve für noch mal 50000 Einwohner und reichlich Jahre ohne Kapazitätskrise. Auch, weil Statistiken weniger private Abwässer melden.
Und das ist der Ringkanal, der das alles sammelt und weiter leitet: 46,5 Kilometer Röhren aus Walzbeton und Faserzement, Kunststoff, Guss und Steinzeug. Davon sind rund drei Kilometer bei Tutzing gefahrlos durch den See verlegt.
Dazu die zehn Pumpstationen für die acht beteiligten Gemeinden. Die sind mit etwa 360 Kilometern über ihre öffentlichen Kanalsysteme angeschlossen.
So weit hat alles seine kontrollierte Abwasserverordnung.
Aber dann und bislang nur grob geschätzt: Das viele Fremdwasser. Vor allem aus den privaten Häusern und Grundstücken. Also etwa Regenrohre und Drainagen und undichte Leitungen: Wahrscheinlich noch mal mehr als 360 Kilometer Rohre, die Abwassermengen einleiten. Der Ringkanal packt auch das. Und sogar noch den ‚normalen’ Regen, der den Durchfluss verdoppelt. Aber dann ist Ende: Bei starkem Dauerschütten laufen Ringkanal und Ortskanäle über: Zuviel und meist privates Abwasser, das die kontrollzuständigen Gemeinden stark fordert. Problemlösung: ein Servicekoordinator. Aufgabe: Alle fremden Abwässer registrieren, kontrollieren und reduzieren. Die Gemeinden werden damit bei der schwierigen Kontrollpflicht ihrer Ortsnetze unterstützt.
Und: Ringkanal wie Gebührenzahler werden entlastet.
Die Pumpstationen werden regelmäßig kontrolliert und durchgehend Funk unterstützt überwacht. Und so alle zehn Jahre wird der gesamte Kanalring mit einer Kamera aufwändig und teuer auf mögliche Schäden und Befindlichkeiten kontrolliert.
© 2012 Abwasserverband Starnberger See
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