Der Abwasserverband.
Und wer was entscheidet.

In Bayern gibt es rund 2.700 kommunale Klärwerke. Oder anders und deutlicher: Mehr als 93 Prozent aller Gemeinden sind an ein Abwassersystem und die anschließende Klärung angeschlossen. Die meisten davon technisch und finanziell verwaltet und betrieben von öffentlich-rechtlichen Verbänden. Einer davon ist der Abwasserverband Starnberger See. Zweckgebunden und mit reichlich Pflichten und hinreichend Rechten: Acht Mitglieder rund um den Starnberger See: Starnberg. Pöcking. Feldafing. Tutzing. Bernried. Seeshaupt. Münsing. Berg. Und zusätzlich der Landkreis Starnberg.

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Alle Mitglieder schicken ihre Vertreter in die Verbandsversammlung und Ausschüsse: Bürgermeister, Gemeinderäte und Landrat. Die wählen ihren Vorsitzenden. Das ist traditionell der Landrat. Muss es aber nicht sein.
Keine Mitgliedsbeiträge. Keine Gebühren. Aber alle Gemeinden zahlen nach einem fest gelegten Verteilerschlüssel. Abhängig von der Gemeindegröße. Und dem zugestandenen Abwasserkontingent. Nur der Landkreis zahlt nichts.
Es gibt natürlich einen jährlichen Haushalt, der genehmigt werden muss. Und einen Finanzplan über fünf Jahre. Und jetzt und bürokratisch festgeschrieben: Das Klärwerk kriegt seine Betriebsgenehmigung vom Landratsamt. Das ist die untere Wasserrechtsbehörde. Die legt auch die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für die Klärung fest. Also: Was darf noch wie viel im geklärten Wasser drin sein. Und sind die Auflagen vom Bund und dem Freistaat Bayern gesichert. Und was ist mit den immer mehr Vorschriften der Europäischen Union. Geprüft wird das alles von der Gewässeraufsicht des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim. Im Auftrag des Freistaats Bayern. Die Bedenken und Mängel werden an das Landratsamt Starnberg geleitet.
Also vor Ort.

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Und noch was: Die Würm wird im Kreislauf genutzt. Als Abnehmer und Transporteur für das geklärte Wasser. Auch das muss genehmigt und selbstverständlich bezahlt werden: Je sauberer das eingeleitete Wasser, desto weniger Abgaben dafür. Allemal ein Anreiz für eine höchst mögliche Klärung des Abwassers.
Nur und ganz entschieden: Trinkwasserqualität ist nicht drin. Dafür müsste eine abenteuerlich komplizierte und zig Millionen teure Technik aufgewendet werden. Mit utopischen Abwassergebühren, die selbst Umweltfanatiker nie zahlen würden.
Es reicht auch so wie es ist. Und immer sein wird: Eine Technik auf ständig höchstem Wirkungsgrad. Eine Aufsicht und Verwaltung, die weiß was sie verantwortet. Und acht Gemeinden, die sich zusammengeschlossen haben, um die Starnberger Seeregion und ihre Menschen abwassersicher zu machen. Und das immer ein bisschen mehr als die Gesetze vorschreiben.
Diese freiwilligen Zusatzleistungen machen auch eine entscheidende und schon seit langem gewünschte Qualitätsverbesserung möglich: Die Desinfektion des geklärten Abwassers, um die Würm zum uneingeschränkten Badevergnügen zu machen.