Der Starnberger See: Das sind 56,4 Quadratkilometer Wasserfläche. Ohne nennenswerten natürlichen Zulauf. Also kein Fluss. Aber ein paar magere Bäche.
Als einziger Ablauf hat sich im Norden und über Tausende von Jahren die Würm entwickelt: Mit 2,8 bis 7,5 Kubikmetern pro Sekunde ein Wasserabgang, den der dünne Zulauf, Regen, Schnee und das Grundwasser von ringsum allemal ausgleichen.
Und genau das macht den See bedenklich umschlagsschwach und auch anfällig. Denn: Der ‚Starnberger’ braucht theoretisch 21 Jahre, um sich selbst zu erneuern. Das alles ist natürlich nur ein grob formuliertes Kreislaufschema: Die sensible Befindlichkeit des Sees wird nämlich noch von reichlich anderen Faktoren mit bestimmt. Und oft genug auch gestört und bedroht.
Vorneweg und wie auch anders – der Mensch und sein lange Zeit bedenkenloser Umgang mit natürlichen Ressourcen: Besiedelung. Industrialisierung. Raubbau. Überfischung. Fäkalien. Giftstoffe. Die Liste der Verletzungen ist lang. Mitte der Fünfziger Jahre waren denn auch See und Wasserkreislauf ziemlich ruiniert. Die mit – nach damals gültigem Standard – geklärten Abwässern belastete Würm drohte an Sauerstoffmangel zu ersticken.
Dazu Bakterien zu Hauf. Bädersperren. Baustopp.
Und immer mehr Menschen und mit ihnen unkontrollierte Abwässer: 1958 gründeten die Ufergemeinden einen ersten Zweckverband, der einen Ausweg finden sollte. Sechs Jahre und viel Kirchturmdenken und öffentlicher Druck später stand das moderne Sanierungskonzept. Und der neu formierte Abwasserverband Starnberger See.
Mit einer endlich auch sicheren Zukunftslösung: Dem zentralen Kanalisationsring rund um den See. Mit einem gemeinsamen Klärwerk in Starnberg. Baustart in den Sechzigern. Arbeitsbeginn des ersten umfassenden Klärsystems dann 1971. Fertigstellung des Ringkanals 1976.
Seitdem ist der Wasserkreislauf im ‚Starnberger’ wieder ungestört sicher.
Und der See lebendig und stark. Geschützt auch vor seiner infektionsanfälligen Ruhe in sich selbst. Mit einer Technik, die auf alle Veränderungen und Forderungen gelassen und angemessen reagiert.
© 2012 Abwasserverband Starnberger See
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